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Marmolada

Marmolada vom Sellajoch Nach einigen Klettersteigen ist nun die Königin der Dolomiten, die Marmolada, unser Ziel. Wir fahren hinauf zum Fedaiapaß und schauen uns hier etwas um. Noch schmunzeln wir über den etwas antiquierten Korblift, doch das Lachen vergeht uns schnell. Der Lift ist erst ab 18. Juni in Betrieb, die Hütte öffnet noch später. Also fahren wir erstmal hinab nach Canazei und verbringen eine Nacht auf dem Campingplatz. Am nächsten Morgen ergänzen wir in einem Sportgeschäft unsere Ausrüstung. Der freundliche Verkäufer ruft für uns in der Hütte an und erfährt, daß sie zwar noch geschlossen ist, wir aber trotzdem willkommen sind. Wie soll das funktionieren?
Also vertrödeln wir den Tag und gegen Abend düsen wir wieder hinauf zum Paß. Dort besuchen wir zunächst das kleine Weltkriegsmuseum. Nachdem wir auf Wanderschuhe umgesattelt haben, steigen wir immer in der Nähe der Seilbahn bergan Richtung Hütte. Am Firngrat Wir erkunden eine alte Weltkriegsstellung und über Geröll und Schnee erreichen wir nach knapp anderthalber Stunde das Rifugio Pian dei Fiacconi. Wir staunen, hier sind noch viele fleißige Hände am Werkeln. Da wird gehämmert und gesägt, werden Latten eingepaßt und Lampen angeschlossen. Aber die Wirtin kümmert sich rührend um uns, zeigt uns die Lager in den nagelneuen Kammern und beginnt das Abendessen herzurichten. Schon bald lassen wir es uns schmecken und nach ein paar Schoppen Wein und einem herrlichen Sonnenuntergang legen wir uns lang.
Am nächsten Morgen werfen wir einen ersten Blick aus dem Fenster, strahlendblauer Himmel erwartet uns. Nach einem gemütlichen Frühstück starten wir. Eigentlich hatten wir uns den Aufstieg über den Westgratklettersteig vorgenommen, doch das Thermometer zeigt 8C unter Null und der starke Wind der letzten Tage soll noch weiter auffrischen. Also entscheiden wir uns für den direkten Aufstieg über den Gletscher. Hinter der Hütte legen wir die Steigeisen an und auf geht's. In weiten Bögen, mal steiler, mal flacher, steigen wir den Gletscher hinauf. Der angekündigte Wind bleibt aus und die Sonne treibt die Temperatur schnell in den positiven Bereich. Nach anderthalber Stunde erreichen wir den Felseinstieg. In der mit Eisenstiften zur Sicherung versehenen Wand liegt noch viel Schnee. Teils im Fels, teils im Schnee, sichern wir uns nach oben. Am Ausstieg erwartet uns ein Firngrat, der links hinauf zum Gipfel zieht, schnell breiter wird und schließlich in das Gipfelplateau übergeht. Nach zweieinhalb Stunden stehen wir am Marmolada-Gipfelkreuz und genießen die phantastische Aussicht. Über die Dolomiten, zum Alpenhauptkamm, ja bis weit in die Schweiz reicht der Blick. Bei einer ausgiebigen Gipfelrast lassen wir das Panorama auf uns wirken. Gipfelhütte Capanna Punta Penia Da wir nicht wußten, ob wir in der Hütte verpflegt werden, gleichen die Rucksäcke riesigen Speisekammern. Diese gilt es nun zu leeren, was uns aber trotz größter Anstrengung nicht gelingen will.
Nachdem wir genug geschaut und gefuttert haben, bummeln wir zum Grat hinab. An der Felswand seilen wir uns ab, das ist sicherer und geht schneller als abklettern. Mit Riesenschritten geht es dann den Gletscher hinab, an der Hütte vorbei und weiter talwärts. Nach gut zweieinhalb Stunden Abstieg erreichen wir den Parkplatz und treten von hier aus die Heimreise an.

Juni 2005



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Marmolada, Canazei, Dolomiten, Fedaiapaß